Die Suche

2007 beginnt unsere Suche


Da wir unser Herz an Berlin verloren hatten, stand für uns schnell fest, dass dies der Ausgangspunkt für unsere Suche sein sollte. Wir wollten zwar auf dem Land leben - aber zur Sicherheit sollte die Zivilisation doch in Reichweite bleiben. Hauptsächlich unseres Sohnes zuliebe, der ja noch zur Schule geht, irgendwann hoffentlich studieren oder eine Ausbildung machen will!

diesen Resthof hätten wir fast gekauft
Also durchforstete ich monatelang das Internet, telefonierte mit Immobilienmaklern und flog mehrmals von Zweibrücken nach Berlin, wo ich mir ein Auto mietete und durch Brandenburg fuhr, auf der Suche nach unserem neuen Zuhause. Ich merkte schnell, dass es nicht einfach sein würde, das richtige Objekt zu finden. Es gab viele interessante Bauernhäuser, Resthöfe und sogar Pfarrhäuser, die meine Fantasie beflügelten und wo ich in Gedanken schon alles fertig vor mir sah. Aber immer stimmte dann doch etwas nicht: entweder war es zu teuer, zu groß, zu klein, zu nah an der Straße, zu weit weg von der Straße, zu dicht am Nachbarhaus, zu einsam im Wald und meist war kein Gymnasium in der Nähe.


Oft kam ich frustriert von meinen Reisen nach Hause, wenn sich trotz vorheriger genauer Nachfragen herausstellte, dass die Objekte ganz und gar nicht das waren, was sie im Internet zu sein vorgaben. Und doch möchte ich rückblickend diese Zeit nicht missen. Ich lernte auf diese Weise meine zukünftige Heimat kennen und war von Anfang an von der Landschaft, der Weite, den alten Dörfern und Alleen begeistert, die es bei uns so nicht mehr gibt. Ich fuhr durch Städtchen, deren Namen ich noch nie vorher gehört hatte und die romantisch und verträumt an wunderschönen Seen liegen.


altes Pfarrhaus
Durch die Hausbesichtigungen konnte ich hinter die Kulissen schauen und war mehr als erstaunt, wie viele Menschen heute noch ohne richtiges Bad, ohne heißes, fließendes Wasser, mit Plumpskloo im Garten und ohne Zentralheizung wohnen, von doppelt verglasten Fenstern ganz zu schweigen. Es kam mir manchmal so vor, als wäre ich in eine Zeitmaschine gestiegen, die mich in die Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg katapultierte. Manche Dörfer hatten keine richtige Straße, die meisten waren mit alten Pflastersteinen belegt, so dass ich mit dem gemieteten Smart manchmal aufpassen musste, nicht in einem Schlagloch zu verschwinden. Die Menschen waren alle freundlich und es gab viele interessante und auch lustige Gespräche. Es hat meinen Blick auf unsere Wohlstandsgesellschaft sehr verändert und manches für mich wieder ins rechte Licht gerückt.

Hier ein Tipp an alle, die ständig jammern: plant für Eure nächste Urlaubsreise mal einen „Immobilientripp“ durch die neuen Bundesländer. Es wird Euer Leben verändern …

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