Die Gegend

Lenzerwische - unberührte Landschaft


Bitte rechts abbiegen!
Knorrige Weiden säumen den Weg, der zu unserem alten Bauernhaus führt. Links und rechts davon liegen saftige Wiesen, über die Störche spazieren auf der Suche nach Futter. Wenn wir hier ankommen, fühlen wir uns unmittelbar zurückversetzt in eine Zeit, in der die Menschen noch in Dörfern lebten, wo man sich gegenseitig half und einer den anderen kannte.


Die Lenzerwische (Wische = niederdeutsch für Wiese) liegt in der Westprignitz,  im  Dreiländereck Brandenburg - Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen und ist eine der dünn besiedelsten Gebiete Deutschlands mit nur knapp 40 Einwohner/km². Sie befindet sich heute im "Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg" zwischen den Flüssen Löcknitz und Elbe.

Sommer 2007
Unser Haus im Ortsteil Besandten steht in ortstypischer Weise weit zurückgesetzt von der Straße auf einer Warft. In Brandenburg gibt es lediglich in diesem kleinen Gebiet im äußersten Nordwesten Bauernhäuser vom Typ des niederdeutschen Hallenhauses, welche im 17. und 18. Jahrhundert weite Teile Norddeutschlands prägten. Die Dörfer Besandten und Unbesandten wurden 1328 erstmals urkundlich als "Nedderwisch" erwähnt und gehörten zum Besitz des Gutes Kietz. Im Landreiterbericht von 1652 wurde die Ortslage erstmals als die "Besandete" bezeichnet. Es gehört zu den charakteristischen Marschhufendörfern, die durch ihre lockere aus Einzelhöfen bestehende Struktur gekennzeichnet sind.

Elbe im Frühjahr 2009
Das Biosphärenreservat im sogenannten  „Grünen Band“ konnte nur entstehen, da hier nach dem zweiten Weltkrieg die innerdeutsche Grenze zwischen BRD und DDR verlief und somit Sperrgebiet wurde. Zahlreiche Familien, darunter Geschäftsleute, Kleinhandwerker und Bauern wurden damals innerhalb weniger Stunden zwangsausgesiedelt, viele Häuser einfach abgerissen. Ab 1961 wurden die innerdeutschen Grenzanlagen immer weiter ausgebaut. Alle Bewohner bekamen halbjährlich einen Vermerk in den Personalausweis, Ortsfremde konnten diese Gegend nur nach vorheriger Beantragung und Genehmigung eines Passierscheins über die mit Schlagbäumen gesperrten Zugangsstraßen erreichen. Nach der Öffnung der Grenzen 1989 erfolgte die Aufhebung des Sperrgebietes und 1990 wurde mit der Wiedereinrichtung der Fährverbindung in Lenzen eine Möglichkeit zur Elbüberquerung ins Wendland geschaffen.

Sonnenuntergang an der Elbe
Nur langsam erholt sich die Gegend von ihrer schwierigen Vergangenheit, viele Häuser stehen auch heute noch leer und warten darauf, aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt zu werden. Und doch entdecken immer mehr Menschen diese besondere Landschaft. Menschen, die hier in liebevoll sanierten Häusern ihren Ruhestand verbringen, Künstler, die mehr Freiraum suchen, junge Familien, die ihre Kinder in einer intakten Umwelt aufwachsen sehen wollen oder Menschen, die einfach nur ein paar Tage Urlaub und Erholung suchen. Auch wir wollen hier leben und vielleicht eines Tages mit Freunden und Familie eine Wohngemeinschaft bilden, in der man mit gegenseitiger Hilfe in Würde alt werden kann.

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