Dienstag, 27. Januar 2015

Der Staat hat sich wieder was ausgedacht

Kennt Ihr das Künstlersozialversicherungsgesetz?

 

 

Wir verstehen nur Bahnhof ...
Sicherlich glaubt Ihr nun, dass Euch das nicht interessieren muss, da Ihr keine Künstler seid. Weit gefehlt!


Denn Anfang Januar bekamen wir ein Schreiben von der Deutschen Rentenversicherung mit der Aufforderung, einen fünfseitigen Fragebogen ausgefüllt zurückzusenden, da wir zu Auskünften gemäß § 29 KSVG verpflichtet seien. Wir haben wahrscheinlich ähnlich dumm aus der Wäsche geguckt wie die beiden hier.


In dem Schreiben haben wir also erfahren, dass die Rentenversicherung seit Juni 2007 die gesetzliche Aufgabe hat, bei Arbeitgebern die Verpflichtung zur Zahlung der Künstlersozialabgabe zu prüfen. Nicht, dass mein Mann oder ich Künstler wären. Wir haben nur durch den Umbau unseres alten Hauses ein Gewerbe zur Vermietung von Ferienzimmern angemeldet. Und es ist nun wohl so, dass wir eben rückwirkend für fünf Jahre angeben sollen, ob wir zu irgendwelchen Werbezwecken Dienste eines Webdesigners, Fotografen, externen Designers, Grafikers oder Layouters in Anspruch genommen haben. Wir sind daher verpflichtet, alle Rechnungen in dem festgesetzten Zeitraum diesbezüglich aufzulisten, um - ich zitiere - "Ihnen und uns die Prüfung der Abgabepflicht zu erleichtern".


Wie kann es aber sein, dass dieses Gesetz seit 2007 existiert und der Rentenkasse erst im Januar 2015 einfällt, diese Sozialabgabe einzufordern? Und dann hat sie das Recht, die letzten 5 Jahre rückwirkend zu verlangen? Das würde sich keine Privatfirma trauen, noch könnte sie das vor Gericht durchsetzen. Dass nun auf viele Betriebe unter Umständen hohe Nachzahlungen zukommen, die sie in ihrer Kalkulation nicht berücksichtigen konnten, ist der Rentenkasse bzw. dem Staat völlig egal. Staatliche Institutionen können willkürlich entscheiden und schalten und walten wie sie wollen. Aberwitzig ist auch, dass nicht die Künstler selbst diese 5,2 % von ihren Einnahmen abführen, sondern die Auftraggeber dazu verpflichtet sind. Wie schräg ist das denn? Das wäre ja so, als wenn ich mir in einer Boutique eine Bluse kaufe und diese Boutique für mich nun eine extra Rentenpauschale zahlen muss. Irre!


Da wir uns aber Gott sei Dank noch in der Bauphase befinden und bisher keine Werbung gemacht haben, gibt es hoffentlich auch nichts zu zahlen. Es sei denn, die Rentenversicherung ärgert sich darüber und fordert vielleicht vorbeugend schon einmal einen Fantasiebetrag ein - falls wir eventuell ja doch mal Werbung machen sollten. Nun sind wir für die Zukunft aber wenigstens vorgewarnt und werden unsere Werbung mit Sicherheit selbst in die Hand nehmen.


Es wird wirklich immer schwerer, ein einfaches, ruhiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Mit unserer Zimmervermietung werden wir bestimmt nicht reich, und schon gar nicht, wenn der Staat sich immer wieder neue Steuern und Abgaben einfallen lässt - und das noch rückwirkend. Wen wundert da noch der Frust vieler Menschen?

 

Katze müsste man sein!

 

 

Insgesamt trage ich es mit Fassung und warte auf die nächste Überraschung.

 

Eure 

Christiane



Mittwoch, 21. Januar 2015

Ganz schön viel ist schon passiert

und doch gibt es noch viel zu tun!


Schaut Euch mal an, wie unser Altbau noch vor einem Jahr aussah


und was sich in 12 Monaten alles verändert hat - Wahnsinn!


Und trotzdem bin ich oft voller Ungeduld und möchte am liebsten, dass alles schon fertig wäre. Immer stelle ich mir vor, wie es wohl in ein paar Jahren hier aussehen wird. Dabei ist doch gerade der Weg dorthin das Spannende und Aufregende. Warum schaffe ich es also trotzdem oft nicht, einfach nur im Jetzt zu leben?


Ein Grund dafür ist sicherlich, dass wir eben immer noch zu sehr im beruflichen Alltag verwurzelt sind, wir so viele verschiedene Dinge gleichzeitig erledigen müssen. Aber wir arbeiten daran, dass es einfacher wird und sind dabei, viele Knoten zu entwirren. Das ist eben nicht immer so einfach und braucht auch seine Zeit. Und schon sind wir wieder beim Thema ....


Heute habe ich mir nämlich die Zeit genommen und bin mit Amy spazieren gegangen. Die Elbe hat ihr Winterhochwasser, nicht bedrohlich, nur die Wiesen sind überflutet. Und obwohl alles nur grau in grau ist, hatte es eine ganz eigene, fast mystische Stimmung.  


Ja, auch ich habe das Gefühl, die Jahre würden immer kürzer , selbst hier auf dem Land. Da nützt es auch wenig, dass der Januar der Monat der Ruhe ist und die Natur im Winterschlaf liegt. Die Tage sind so kurz, dass - wenn überhaupt - sich nur um die Mittagszeit mal Spaziergänger auf den Deich verirren - und Touristen gibt es schon gar nicht. Aber genau das ist auch einer der Gründe, warum wir uns in diese Gegend verliebt haben. Im Herbst und Winter die Einsamkeit, ohne alleine zu sein und im Frühjahr und Sommer die vielen Begegnungen mit Nachbarn und Urlaubern auf dem Deich und hoffentlich auch irgendwann in unserem Café und Bed & Breakfast.


 

Auf ein unvergessliches und spannendes Jahr 2015!

Eure Christiane