Sonntag, 19. Februar 2012

Möbelkauf mit Hindernissen

Liebe auf den ersten Blick
Foto Live-Kamera Februar 2012
Ende der Woche war es nicht mehr ganz so kalt, so dass nun alle Fenster eingebaut sind. Andauernd schaue ich mir die Bilder unserer Live-Kamera an und bin total begeistert.
Da es aber sonst im Moment von der Baustelle nichts zu berichten gibt, erzähle ich Euch von unseren Küchenmöbeln, die seit drei Jahren auf ihren Einsatz warten.

Im Frühjahr 2009 hatte mein Mann einen Geschäftstermin in der Nähe von Bad Salzuflen. Da es dort das Romantik Hotel Arminius gibt und Bad Salzuflen zwar ein kleines, aber sehr schönes und liebenswertes Städtchen ist, habe ich ihn begleitet.

Tagsüber bummelte ich durch die Altstadt und entdeckte das Einrichtungsgeschäft „Simply Country“ direkt in der Fußgängerzone - ein Traum für alle, die den französichen Landhausstil lieben. Also schleppte ich am nächsten Morgen meinen Mann dorthin. Auch er war begeistert und wir kamen mit der netten Verkäuferin ins Gespräch. Zwei Küchenschränke und ein Sideboard gefielen uns besonders, aber unser Haus war ja leider erst frühestens in einem Jahr fertig. Als sie uns nach Rücksprache mit ihrer Chefin erklärte, wir könnten die Möbel so lange im Geschäft stehen lassen, schlugen wir zu.


Liebe auf den ersten Blick
Damals waren wir noch voller Optimismus und ahnten nichts von den Problemen, die auf uns zukommen sollten. Als uns dann im Sommer 2010 aber klar wurde, dass sich unser Umzug noch lange hinziehen würde, mussten wir für die Unterbringung unserer Möbel eine andere Lösung finden.

Da ich selbst ja einmal Gästezimmer vermieten möchte, bin ich immer auf der Suche nach gemütlichen und besonderen Übernachtungsmöglichkeiten. So entdeckte ich ganz in unserer Nähe eine Ferienwohnung Unter den vier Linden in Nausdorf, die uns auf Anhieb gefiel. Noch schöner war, dass wir uns mit den Vermietern sofort prima verstanden und daraus inzwischen eine echte Freundschaft geworden ist. Bereits während der ersten Ferien dort boten sie uns an, unsere Küchenmöbel bei ihnen unterzustellen. Und weil wir spürten, dass das Angebot von Herzen kam, haben wir es angenommen.


Ich telefonierte also mit „Simply Country“ und die Eigentümerin bot mir tatsächlich an, die Möbel zusammen mit ihrem Mann an einem Wochenende persönlich zu unseren Freunden zu bringen. Sie stellten nur Mietwagen und Benzin in Rechnung und fuhren an einem Samstag 270 km hin und wieder zurück. Nicht nur, dass die Möbel fast eineinhalb Jahre kostenlos in ihrem Geschäft und später im Lager standen, sie mussten die Möbel nochmal aufladen und dann gemeinsam mit unseren Freunden wieder abladen. Es müssen wirklich sehr nette Menschen sein, denn eine solche Hilfsbereitschaft geht über normalen Kundenservice weit hinaus - zumal wir uns noch nicht einmal persönlich begegnet sind. Ich habe mich telefonisch natürlich tausendmal bedankt und wenigstens einen großen Blumenstrauß mit Fleurop geschickt.


Benjamin und Zelda 2009
Von da an standen die Möbel dann komplett verpackt in einem leerstehenden Zimmer unserer Freunde. Kein Bitten konnte sie dazu überreden, die Sachen auszupacken, so dass sie den Raum wenigsten hätten benutzen können. Sie trauten ihrem Hund wohl nicht und wollten meinen Shabby-Look auch nicht auf die Probe stellen. Und so blockierten ein Jahr lang drei große, hässliche Kisten ihr schönes Zimmer. Noch heute habe ich deswegen ein schlechtes Gewissen.

Als wir dann im Frühjahr 2011 endlich unsere Baugenehmigung bekamen, haben wir die Möbel zum Herbstanfang dann schließlich in unser altes Haus gebracht - und dort stehen sie bis heute. Zwischendurch witzelten wir schon selber, dass die Schränke, bis sie endlich in unserer Küche landen, wahrscheinlich antik sind.

Diese Aktion zeigt, wie verrückt wir sind. Ich glaube nicht, dass es viele Menschen gibt, die Möbel kaufen, wenn das Haus noch gar nicht gebaut ist und dann einfach alles drumherum planen. Aber meine Landhausküche wird mich immer an die Menschen erinnern, die uns so uneigennützig geholfen haben. Und eines Tages werde ich mich mit einer besonderen Einladung für all die Hilfe bedanken!

Montag, 13. Februar 2012

Unser Neubau macht Fortschritte

Ruhe vor dem Sturm
 
Auch die zweite Februarwoche blieb eisig kalt und die Temperaturen lagen Tag und Nacht weit unter 0°C.

Trotzdem wurden am Donnerstag unsere Fenster angeliefert. Das war wieder ein Meilenstein, denn bevor diese nicht eingebaut sind, geht es im Innenbereich nicht weiter. Umso mehr habe ich mich gefreut, als dann tatsächlich am Freitag mit dem Einbau begonnen wurde. Nun hat unser Haus endlich ein Gesicht!

Im Moment läuft es tatsächlich überall so gut, dass es uns schon fast unheimlich ist. Nach all den Rückschlägen sind wir ziemlich vorsichtig geworden und freuen uns lieber nie zu früh. 
 
Die Innentreppen sind bestellt und dann habe ich nach langem Suchen diese Anrichte im Shabby-Chic gefunden, die ich als Waschtisch umfunktionieren werde. In unser neues Haus kommen nur ausgesuchte Einzelstücke und nichts aus den großen Möbelgeschäften, in denen überall das gleiche steht. Viele meiner anderen gesammelten Fundstücke sind gebraucht und ich finde es immer spannend, wenn ich herausfinden kann, wem sie vorher gehört und wo sie vielleicht gestanden haben. Nur unser Sohn teilt meine Begeisterung für Altes nicht und besteht für sein Zimmer auf neue Möbel - was ich verstehen kann!

Einige Möbel werde ich weiß streichen, wie z.B. die alte Truheneckbank aus Dänemark, die in unsere Landhausküche kommt. Eine Eckbank zu haben, hatte sich mein Mann gewünscht, denn es erinnert ihn an seine Kindheit. Ich habe lange gesucht um ein Teil zu finden, dass nicht bieder und altbacken wirkt und bin tatsächlich kurz vor Weihnachten fündig geworden. Diese Bank steht nun schon im alten Haus und wartet auf meinen Einsatz!

Und dann habe ich noch meinen Traumherd bestellt - einen nostalgischen Falcon mit Gaskochfeld und zwei Backöfen!!! Wie toll wird es sein, am Wochenende zusammen mit Freunden darauf zu kochen und später am großen Tisch gemeinsam zu essen!!! Ach ja, nun fange ich doch wieder an zu träumen …

So schön die Winterbilder also sind, drücke ich trotzdem die Daumen, dass diese Eiszeit bald vorüber ist und es endlich Frühling wird. Bis wir allerdings in unser neues Haus einziehen können, gibt es noch sehr viel zu tun!

Spaziergang auf dem Deich

Sonntag, 5. Februar 2012

Eiszeit in Deutschland

und gute Nachrichten vom Amt

Winterhochwasser an der Elbe

Wahnsinn - wir haben es Dank unseres Architekten geschafft! Die Denkmalschutzbehörde hat die Fenster unseres Neubaus abgehakt und auch der Brand- und Katastrophenschutz hat unserem Bauantrag für den Altbau zugestimmt. Wir sollen aber das Giebelfenster in der alten Räucherkammer in der Größe den anderen Fenstern anpassen. Vielleicht stimmt der Denkmalschutz diesem Vorschlag ja nun doch noch zu! Das wäre echt toll. Stück für Stück geht es eben weiter und ich bin endlich wieder optimistisch.

Schlittschuh- oder Eisstockbahn?
Nun kann ich meinen Träumen auch wieder freien Lauf lassen. Die Fotos, die ich von unserem Grundstück bekommen habe, entschädigen mich wie immer für vieles. Doch wieviel schöner wäre es, die Elbe bei Hochwasser nun live sehen zu können? Auf unserem Grundstück steht an vielen Stellen das gefrorene Wasser und im Schnee sieht die Landschaft so sauber und ruhig aus. Tatsächlich könnten wir auf den Wiesen an vielen Stellen Schlittschuh laufen! Und ich nehme mir fest vor, das im nächsten Winter - vielleicht mit Freunden bei einem Glühwein - mal auszuprobieren. Oder wir könnten Eisstockschießen und bräuchten dafür noch nicht einmal in Skiurlaub zu fahren!

Baustelle bei -22°C
Dass es so kalt werden würde - nachts fielen die Temperaturen in Deutschland teilweise bis auf -28°C - hätte Anfang Januar niemand für möglich gehalten. Aber dann hat der Winter umso heftiger zugeschlagen und in Osteuropa sind schon über 290 Menschen erfroren. Unsere armen Zimmerleute auf der Baustelle, die bei dieser Kälte das Dach fertigstellen mussten, taten mir wirklich leid. An dieser Stelle vielen Dank für Euren Einsatz!!!

Aber ein Neuanfang ist auch immer gleichzeitig ein Abschied. Das wurde mir diese Woche bewusst, als ich Fotos von jedem Zimmer unseres jetzigen Hauses gemacht habe, um ein Exposé für den Verkauf zu erstellen. Auch dieses Haus haben wir geplant, gebaut und den Garten eigenhändig angelegt. Vor zehn Jahren sind wir hier eingezogen und unser Sohn hat einen Großteil seiner Kindheit hier verbracht, hat den Kindergarten und die Grundschule im Ort besucht und Freunde gefunden.

Bald fängt für uns nun ein neuer Lebensabschnitt an! Wir glauben fest daran, dass sich all die Arbeit, der Ärger und unser Einsatz lohnen und das Bauprojekt in der Lenzerwische einmal unser Traumdomizil wird.

alte Weiden