Sonntag, 22. Januar 2012

Ein Problem weniger

Die Geschichte vom Zaun



Tatort: alter Zaun
Am 18.01.12 lag ein Brief von der UWB (Untere Wasserbehörde Natur- und Gewässerschutz) in unserem Briefkasten, in dem uns mitgeteilt wurde, dass nach einer erneuten Prüfung mit dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg (!) unser Zaun stehenbleiben könne, so lange wir sicherstellen, dass es im Falle eines Hochwassers möglich ist, Schadstellen im Bereich des 5 Meter Deichschutzstreifens zu erkennen. Das war mal eine richtig gute Nachricht und hier die Vorgeschichte dazu: 



Bevor wir unseren Bauantrag für das alte Haus eingereicht haben, fanden mit
Tatort: neuer Zaun
dem Denkmalschutz schon viele Vorgespräche statt. Wir hatten natürlich auch einige Termine vor Ort, den letzten am 15.09.11 mit Vertretern der Unteren
Denkmalschutzbehörde aus Perleberg und der Oberen Denkmalschutzbehörde aus Potsdam. Dabei haben diese entdeckt, dass Holzpfosten und einige Rollen Zaun auf unserem Grundstück herumlagen. Man teilte uns daraufhin mit, dass wir den alten Zaun ohne baurechtliche Erlaubnis von Seiten der Denkmalschutzbehörde nicht einfach durch einen neuen ersetzen dürfen. Es müsse schließlich sichergestellt sein, dass das ortstypische Erscheinungsbild erhalten bleibt.




Nachbarschaft
Wir haben dann am 18.09.11 dem Denkmalschutz in Perleberg schriftlich mitgeteilt, dass wir in Abstimmung mit unseren Nachbarn die alte Zaunanlage durch einen neuen, ortstypischen Staketenzaun ersetzen wollen. Alle Nachbarn haben sich übrigens sehr gewundert, da niemand in der ganzen Gegend bisher eine Erlaubnis vom Denkmalschutz für den Bau seines Zaunes eingeholt hatte. Da wir vom Amt nichts mehr hörten, ersetzten wir unseren alten durch einen neuen Zaun an gleicher Stelle und wie alle anderen in einer Flucht entlang des Deichfußes.


Spannend wurde es dann aber, als eine Deichbesichtigung stattfand und die Delegation einige Zeit vor unserem Grundstück verharrte. Niemand hat uns angesprochen und irgendwann fuhren alle weiter - aber wir wussten, da kommt was nach!

Am 24.11.11 bekamen wir tatsächlich Post von der UWB  aus Perleberg. Sie schrieben uns, dass Ihnen vom Landesamt für Umwelt, Geologie und Verbraucherschutz angezeigt wurde, dass auf unserem Grundstück ein neuer, massiver Zaun hergestellt wurde und wir dafür keine Baugenehmigung hätten. Zitat:
„Laut § 98 BbgWG (Brandenburgisches Wassergesetz) ist jede Nutzung von Hochwasserschutzanlagen, die deren Funktonsfähigkeit beeinträchtigen kann, wie das Errichten und Aufstellen von Anlagen (z.B. Zäunen) auf dem Deich und den beidseitigen 5 Meter-Deichschutzstreifen untersagt.“
Zur Klärung des Sachverhaltes sollten wir entweder am 07.oder 09. Dezember 2011 unbedingt sicherstellen, dass wir vor Ort wären um die Angelegenheit zu klären. Dass uns ein solcher Termin drei Tage kostet, da wir schon alleine für die An- und Abreise zwei Tage brauchen, interessiert dort natürlich niemanden.



Da wir aber vom 27.-29.11.11 wegen anderer Termine in der Gegend waren,

Zäune und Pflanzen am Deich
erklärten wir der Behörde schriftlich den tatsächlichen Sachverhalt mit Beweisfotos des alten Zaunes und aller Zäune der Nachbarschaft - die sie bei der Deichbesichtigung sicherlich übersehen hatten -  und schlugen eine
Ortsbesichtigung am 29.11.11 vor. Diesen Termin konnte von der Wasserbehörde leider niemand wahrnehmen, weshalb wir zwecks Klärung nach telefonischer Voranmeldung am 28.11.11 persönlich zur UWB gingen. Leider war trotz vorheriger telefonischer Zusage dann doch niemand der dafür Zuständigen für uns zu sprechen. Eine sehr nette Dame hörte sich den Sachverhalt nochmals an und nahm unsere Unterlagen zwecks Weiterleitung entgegen. 



Auch dieser Zaun steht direkt am Deichfuß
So haben wir uns diese Woche natürlich sehr gefreut, als dieser positive Bescheid bei uns ankam und wir damit unserem Traum wieder ein kleines Stückchen nähergekommen sind. Aber warum und wieso diese Aktion stattgefunden hat, die auf mindestens zwei Ämtern sicherlich einige Leute beschäftigt hat, verstehen wir immer noch nicht!

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