Sonntag, 15. Januar 2012

Entrümpelung

 Ohne Fleiss kein Preis!


Langsam aber sicher hat nun alles wieder seinen Rhythmus gefunden. Da ich vom Amt wegen unserer Anfrage nach Fristverlängerung nichts hörte, habe ich vorsichtshalber mal angerufen. Selbstverständlich sei unser Antrag akzeptiert, meinte die Dame freundlich, denn sonst hätten sie sich ja gemeldet. Nun verstehe ich auch, warum ich mich über Post vom Amt immer ärgern muss, denn hier gilt der Grundsatz: keine Nachricht ist eine gute Nachricht. Das muss man ja nur mal wissen.



Wohnzimmer vorher
Im alten Haus haben wir ja schon letztes Jahr mit Genehmigung vom Denkmalschutz mit den Auf- und Ausräumarbeiten begonnen und Stück für Stück die Bausünden aus DDR-Zeiten entfernt. Wir fingen erst einmal damit an, die PVC-Beläge, die sich teilweise in mehreren Lagen über den alten Dielenböden stapelten, rauszureißen. Aber auch die Dielen mussten entfernt werden, um zu sehen, was sich darunter befindet und auch, um die Fundamente begutachten zu können. Die alten Dielen werden natürlich separat gelagert, damit wir sie, wenn möglich, wieder in restauriertem Zustand einbauen können. 








und nachher
Es ist schon unglaublich, wie die alten Häuser mit einfachsten Mitteln gebaut wurden und dabei so viele
Jahrhunderte überdauert haben. Der Untergrund besteht fast nur aus Sand und die Fundamente liegen auf Steinfindlingen, die inzwischen natürlich an vielen Stellen abgesackt sind. Aber dennoch steht das Haus und ist für sein Alter in einem erstaunlich guten Zustand. Nach heutigen, modernen Erkenntnissen der Statik müsste es eigentlich schon lange eingestürzt sein! 


Eingang zum Bad
Auch die Wände haben wir von den vielen Tapetenschichten befreit und die alten Lehmwände zum Vorschein gebracht. Wir waren erstaunt, nirgendwo auf Feuchtigkeit oder Schimmel zu stoßen. Das liegt hauptsächlich daran, dass durch die Häuser früher überall der Wind durch Ritzen und Spalten pfiff. So konnte Feuchtigkeit, die einmal eindrang, auch wieder austreten und es konnte nichts faulen. Heute werden alle Häuser aus Umwelt- und Energiegründen hermetisch dicht gebaut und durch falsches Lüften entstehen dann in vielen Wohnungen krankmachende Schimmelpilze.
 

In der Scheune haben wir zunächst die Deckenbretter über der Diele und den Ställen entfernt und das alte Stroh nach draußen gebracht. Das ging natürlich nicht ohne Mundschutz und war eine ganz schöne Drecksarbeit. Danach konnten wir erstmalig alle Balken begutachten, ausmessen und exakte Zeichnungen und Grundrisse erstellen. Das war die Grundlage für die neuen Pläne, die nun beim Bauamt liegen und auf Genehmigung warten.

Selbstverständlich musste für den Denkmalschutz alles sorgfältig fotografiert und dokumentiert werden, damit alle Veränderungen nachvollziehbar bleiben. Eine solche Dokumentation ist aber auch für uns interessant. Denn ist das Haus erst einmal fertig, vergisst man schnell wie es vorher aussah und wieviel Arbeit und Schweiß man hineinstecken musste. Und es ist immer wieder spannend, sich langsam Schicht für Schicht vorzutasten und Altes zu entdecken.

Eingang zur Räucherkammer

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